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AKT 2

 

EINBLENDE:

 

7.

AUSSEN. DORF. TAG.

Xena und Gabrielle kommen in ein kleines Dorf. Argo folgt treu hinterher.

GABRIELLE
Xena?

XENA
Hmmm?

GABRIELLE
Wie, denkst du,
unterhalten sich Tiere?

XENA
Okay, nur damit das nicht wieder in eine
von deinen 'die Sterne sind andere Welten'
Debatten ausartet, werde ich dir sagen wie,
weil ich es zufällig weiß.

GABRIELLE
(versetzt Xena spielerisch einen Stoß)
Oh, bitte, erleuchte
mich, Sokrates.

XENA
(greift nach Gabrielles
Hand und hält sie fest)
Vögel zwitschern und stellen ihre
Federn zur Schau, Hunde knurren
und stellen ihr Fell auf...

GABRIELLE
(unterbricht)
Und Eichhörnchen und Fische
lesen gegenseitig ihre Gedanken.

XENA
Du hast dich am medizinischen
Bilsenkraut vergriffen, oder?

GABRIELLE
(ala Und täglich grüßt Joxer)
Nein, Xena.
Ich bin nicht betrunken.
Ich stehe nicht unter Drogen.
Ich halluziniere nicht.
Ich bin nicht mit den Furien in Berührung
gekommen, aber ich sage dir, ich höre,
was Tiere denken.

XENA
(hebt amüsiert eine Braue)
Ah ja.

(vorsichtig)

Und was sagen
sie, Liebling?

GABRIELLE
(wild gestikulierend)
Der Fisch dachte, mein Finger
wäre ein Wurm und die
Eichhörnchen dachten, ich stinke.

XENA
Ich denke eine Nacht in einem
schön weichen, warmen Bett
wird dir sehr gut tun.

GABRIELLE
Du glaubst mir nicht,
nicht wahr?

Gabrielle macht sich bereit sich in Rage zu reden. Sie legt einen Schritt zu, sodass sie schneller auf den Markt zuläuft.

GABRIELLE
Sicher, wir können füreinander böse
Jungs bekämpfen. Wir können füreinander
sterben. Füreinander zur
Hölle fahren. Aber du glaubst
mir nicht, wenn ich dir sage,
ich höre Dinge!

XENA
(geht schneller um aufzuholen)
Also, das habe ich niemals gesagt.

GABRIELLE
(dreht sich um, um sie anzusehen)
Nein, aber du hast angedeutet, ich
bräuchte eine Pause. Als
wäre alles, was ich brauche ...

Gabrielle hält inne und wendet sich dem Verkäufer zu, der gerade seinen Laden öffnet.

GABRIELLE
(weiter)
Oh, das ist übel.
Sehr, sehr übel.

XENA
Worüber redest
du jetzt?

GABRIELLE
Ich kann seine Gedanken hören!

XENA
Gabrielle...

GABRIELLE
Ich sage dir die Wahrheit!
Er ist sauer, weil seine Seide aus
Chin nicht eingetroffen ist.

XENA
Also gut, Gabrielle, wir
werden das jetzt beenden.

Xena führt Argo hinüber und tippt dem HÄNDLER auf die Schulter.

XENA
Entschuldigen Sie, mein Herr. Aber
meine Freundin und ich suchen nach
Seide aus Chin. Hätten sie
zufällig welche?

HÄNDLER
(wirft seine Hände empört
in die Luft)
Natürlich! Das erste Mal in drei
Monaten will jemand Seide
und mein Kapitän hat mir keine
Schiffsladung mitgebracht. Wahrscheinlich
hat er sie irgendwo verkauft und
versäuft meinen Gewinn. Dreckige Diebe...
kannst ihnen einfach nicht vertrauen....

Xena weicht zurück von dem Mann, der jetzt tobt, und sieht langsam zu Gabrielle, die mit verschränkten Armen dasteht und sehr zufrieden mit sich aussieht.

XENA
(zeigt auf den Händler)
Du wusstest es.

GABRIELLE
Ich hab's dir gesagt!

(nimmt Xena am Arm)

Komm mit mir.

Sie führt sie zu einem ANDEREN HÄNDLER und beobachtet ihn eine Sekunde lang.

GABRIELLE
Er wünscht sich, sein
Geschäft würde besser laufen.

Sie gibt Xena einen kleinen Schubs auf den zweiten Händler zu.

GABRIELLE
(weiter)
Geh schon. Frag ihn!

XENA
Mein Herr, was...

HÄNDLER 2
Ah ja, mein erster Kunde!
Guten Tag,
was kann Ihnen anbieten?

XENA
(schockiert)
Äh...einen Weinschlauch.

HÄNDLER 2
Das macht dann

(Pause)

vier Dinar.

GABRIELLE
Du betrügst!

Sie stürmt vorwärts und packt den Mann an seinem Chiton.

GABRIELLE
Du weißt, dass dieser Wein nur
zwei Dinar wert ist. Du versuchst
meine Freundin zu betrügen!

Xena versucht Gabrielle von dem erschreckten Händler wegzuziehen.

GABRIELLE
(weiter)
Gib es zu, du Dieb! Du
hast meine Freundin betrogen!

XENA
Gabrielle!
Lass ihn in Ruhe!

Xena zerrt die wütende Gabrielle schließlich von dem Händler weg, der Xena sofort einen WEINSCHLAUCH zuwirft.

HÄNDLER
Du kannst ihn haben!
Bring sie bloß hier weg!
Sie ist verrückt!

GABRIELLE
(knurrend)
Noch nicht, aber ich bin
auf den besten Weg dahin.

Xena führt sie weg. Sie entkorkt den Schlauch und nimmt einen kleinen Schluck.

XENA
Hey, du solltest öfter
ausrasten. Der ist ziemlich gut.

(bietet ihr den Weinschlauch an)

Komm schon, probier ihn.
Es wird dich entspannen.

GABRIELLE
Ich will mich nicht entspannen.
Ich will wissen...

Sie unterbricht ihre Rede, als sie beobachtet, wie sich ihnen eine FRAU nähert. Die Frau sieht sie beide an, aber sie sieht BESONDERS Xena an. Auf Gabrielles Gesicht erscheint ein wirklich entrüsteter Ausdruck, bevor sie schreit.

GABRIELLE
Mir gefällt es einfach gut,
danke! Und sie hat
sich noch nicht beschwert!

Jetzt packt Xena Gabrielle um die Taille, zieht sie an sich heran und legt ihre andere Hand über ihren Mund.

XENA
Sie braucht nicht so viel
über uns zu wissen.

Gabrielle, immer noch vor Wut schäumend, holt einen tiefen Atemzug durch die Nase. Sie nickt und Xena nimmt langsam ihre Hand von Gabrielles Mund.

XENA
(weiter)
Bist du in Ordnung?

GABRIELLE
Nein. Xena, was
ist los?

XENA
Ich habe keine Ahnung. Aber wir
müssen es auf jeden Fall herausfinden.

GABRIELLE
Ganz im Ernst.
Ich mag diese neue
Gabe nicht besonders.

XENA
Lass uns ein Zimmer und
etwas zu essen organisieren und wir
werden sehen, ob wir es herausfinden können.

GABRIELLE
(nervös zustimmend)
Okay.

SCHNITT ZU:

8.

INNEN. TAVERNE. ABEND

Xena und Gabrielle stehen an der Theke der örtlichen Taverne, die außerdem als Herberge fungiert. Xena lehnt sich auf die Theke und wartet darauf, dass der Gastwirt sie bemerkt. Gabrielle, mit ihrem Rücken zur Theke, lehnt dagegen und besieht sich die ziemlich heruntergekommenen Gäste.

GABRIELLE
Diese Kerle sind widerlich.

XENA
Was?

GABRIELLE
Du solltest hören,
was sie denken.

Xena dreht sich kurz um, um sich die Gruppe anzusehen.

XENA
Danke. Ich verzichte.

GABRIELLE
Ich wünschte, ich könnte es.

Xena klopft mit ihren Fingerknöcheln auf den Tresen um die Aufmerksamkeit des GASTWIRTES auf sich zu lenken. Er schlendert in ihre Richtung, während ein schmutziger, heruntergekommener MANN zur Theke kommt und sich neben Gabrielle stellt.

GASTWIRT
Was kann ich für dich tun?

XENA
Wir brauchen ein Zimmer.

GASTWIRT
Ich habe nur noch ein Zimmer frei.
Ein Bett. Fünf Dinar.

Xena bezahlt den Mann und wartet auf den Schlüssel. Sie wirft einen Blick zur Seite, gerade richtig um zu sehen wie Gabrielles Kopf langsam herumschwenkt, sodass sie dem Mann neben ihr ins Gesicht blickt.

XENA
(vor sich hinmurmelnd)
Oh oh.

(leise zu GABRIELLE)

Lass uns gehen.

Xenas Worte scheinen auf Gabrielle keinen Eindruck zu machen, da sie sich von der Theke abstößt, den Kerl am Arm packt, ihn herumwirbelt, sodass er ihr ins Auge sieht und ihn dann niederschlägt. Er fällt rückwärts und kracht in einen Tisch. Dann bricht die Hölle los, als JEDER in der Bar zu kämpfen beginnt.

Xena duckt sich gerade noch, als ein HOCKER nach ihr geworfen wird. Sie richtet sich auf und schlägt einen Typen, der zu einem Schwinger gegen sie ausholt. Er stolpert nach hinten in drei andere Männer, die auf sie zukamen.

Gabrielle wird von hinten von einem großen Kerl gepackt, der seinen massigen Arm um ihren Hals schlingt. Sie benutzt den Tresen als Stütze und ihre Füße um sich nach hinten abzustoßen. Der Mann stolpert und fällt, wobei er Gabrielle mit sich zieht. Sie nutzt den Moment um sich aus seinem Griff zu befreien und kämpft sich auf die Füße. Sie sieht Xena sechs Männer abwehren. Sie braucht nicht lange um sie zu erledigen.

Zwei SOLDATEN von der örtlichen Miliz kommen herein und beginnen den Kampf aufzulösen. Nachdem sie die Dinge beruhigt haben, stecken sie ihre SCHWERTER weg und nehmen die Mitte des Raumes ein.

SOLDAT 1
In Ordnung, wer hat das angefangen?

Jeder im Raum zeigt auf Gabrielle.

ALLE
SIE WAR'S!

Gabrielle schaut sich im Raum um, nur um zu sehen, dass sogar Xena auf sie zeigt. Sie starrt Xena finster an, die ihre Hand fallen lässt und versucht unschuldig auszusehen.

GABRIELLE
Vielen herzlichen Dank, PARTNER!

Der Gastwirt zeigt auf die Tür.

GASTWIRT
Schaff sie hier raus. Wir
wollen Leute ihres Schlages hier nicht.

GABRIELLE
Meines Schlages?
Meines Schlages?

(sie zeigt auf sich und
geht auf die Theke zu)

Was IST MEIN Schlag?
Ich bin Bardin, um Himmels willen!

Xena packt Gabrielle und zieht sie durch die Tür.

XENA
Ich bin mir sicher, das wollen wir nicht wissen.
Komm schon, Gabrielle.

GABRIELLE
(stammelnd und sich wehrend)
Aber...aber...

XENA
KOMM SCHON, GABRIELLE!

SCHNITT ZU:

9.

INNEN. STALL. NACHT

Xena und Gabrielle sitzen in einem Heuhaufen auf einem Heuboden der örtlichen Ställe. Xena sieht verärgert aus, als sie ihre Stiefel aufschnürt. Gabrielle riskiert einen Blick in Xenas Richtung, während sie neben ihr im Stroh sitzt mit ihren Händen in ihrem Schoß.

GABRIELLE
Es tut mir Leid.

XENA
Ah ja. Mir auch. Es tut mir Leid,
dass wir in den Ställen schlafen
wenn es ein weiches Bett in einem
warmen Zimmer gab, mit einem
Kamin ganz für uns allein.

GABRIELLE
(seufzt schwer)
Ich weiß. Ich hätte ihn
nicht schlagen sollen.

XENA
Nein, hättest du nicht.

(sieht zu Gabrielle)

Warum hast du ihn geschlagen?

GABRIELLE
(nuschelnd)
Er hat eine Bemerkung über deinen Arsch gemacht.

XENA
(grinsend)
Was?

GABRIELLE
Oh, du hast mich gehört.

XENA
(lacht jetzt)
Nein, hab ich nicht, Gabrielle.
Was hast du gesagt?

GABRIELLE
Ich sagte, er hat eine BEMERKUNG
über DEINEN ARSCH gemacht.
Da hast du's.
Bist du jetzt zufrieden?

XENA
Aww, wie süß. Du
hast meine Ehre verteidigt.

Gabrielle wirft Xena nur einen giftigen Blick zu.

GABRIELLE
Ich will nicht darüber reden.

Xena lacht und zieht ihre Stiefel aus, während Gabrielle schmollt, weil sie ausgelacht wurde. Xena sieht das und wirft Gabrielle ohne Vorwarnung zurück in das Heu. Sie lehnt über ihr, ihre Finger über Gabrielles Rippen schwebend und sie beide lachen jetzt.

GABRIELLE
XENA! NICHT!

XENA
Hör auf zu schmollen
oder ich kitzle dich.

GABRIELLE
Das willst du
nicht wirklich tun.

XENA
Oh doch, das tue ich!

Xena fängt an Gabrielle zu kitzeln.

GABRIELLE
(lacht und versucht
sich herauszuwinden)
ICH GEB MICH GESCHLAGEN!
HÖR AUF!

XENA
Was gibst du mir,
wenn ich aufhöre?

GABRIELLE
Meine Sais.

XENA
Nicht interessiert.

GABRIELLE
(heftiger lachend)
Meine Schriftrollen!
XENA!
STOP!

XENA
Du hast mehr drauf
als das.

GABRIELLE
Einen Kuss.
Ich geb' dir einen Kuss.

Xena hört auf und sieht Gabrielle an. Beide lächeln, nachdem sie ihre Rauferei genossen haben.

XENA
Bezahle.

Gabrielle zieht sich aus dem Stroh heraus und begegnet Xena Nase an Nase. Ihre Augen schließen und ihre Lippen treffen sich.

ÜBERBLENDE ZU:

10.

INNEN. STALL. NACHT

Gabrielle dreht sich auf die andere Seite und macht es sich neben Xena gemütlich. Sie liegen ausgestreckt im Heu, ihre Decken über sich gezogen.

GABRIELLE
Xena?

XENA
Hmm?

GABRIELLE
Schläfst du?

XENA
(dreht sich um, um sie anzusehen)
Nicht mehr. Was ist los?

GABRIELLE
Warum kann ich deine
Gedanken nicht hören?

XENA
Was?

GABRIELLE
Warum kann ich nicht
hören, was du denkst?

XENA
Kannst du nicht?

GABRIELLE
Nein. Es ist mir erst aufgefallen, als ich
hier gelegen und diesen Hengst
mit Argo flirten gehört habe.
Ich kann die Gedanken von
jedem Lebewesen hören, außer dir.

XENA
Das ist merkwürdig.

GABRIELLE
Ich denke, die ganze
Sache ist merkwürdig, Xena.

XENA
Natürlich ist es das, aber ich
hätte gedacht, du
würdest mich hören.

GABRIELLE
(tippt an Xenas Stirn)
Liegt an diesem Dickschädel.

XENA
(ergreift Gabrielles Hand)
Sei ein braves Mädchen.

GABRIELLE
Ich bin brav.

XENA
Nein, bist du nicht.

GABRIELLE
Ich bin so brav,
wie du mich haben willst.

Xena lacht und zieht die Decken über ihre Köpfe.

ABBLENDE.

 

ENDE DES ZWEITEN AKTES

AKT 3