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AKT 3
EINBLENDE:
AUSSEN: XENAS TRAUMLANDSCHAFT- MORGEN
Der Himmel erstrahlt in Sonnenschein als Xena erwacht. Sie befindet sich neben einem großen, gepflegten HAUS am Rande eines blühenden DORFES. Das Haus ist groß und stabil, mit einem neu gedeckten Dach und einer breiten Veranda, die sich um drei seiner vier Seiten windet. Zwei SCHAUKELSTÜHLE stehen links von der breiten Tür und ein SCHULTERTUCH hängt über der Rückenlehne des entferntesten Stuhles.
Xena lässt ihren Blick vom Haus zu der Stadt wandern. So weit
sie erkennen kann, erscheint sie friedlich, zufrieden und farbenfroh. Keine
ärgerlichen Stimmen durchbrechen die Stille, die sie überall um sich herum
spüren kann.
Die hellen Töne von Kinderlachen stören ihre Träumerei und sie
sieht auf als vier Kinder, die sich an den Händen halten, ins Haus rennen.
Mehr Gelächter erklingt im Haus und, angezogen von ihrer natürlichen Neugier, steigt Xena leise die zwei Stufen bis zur Veranda. Sie steht im Schatten des überhängenden Daches als sie um die Ecke und durch die Tür nach innen schielt.
Der Raum wird belebt durch Kinder aller Altersstufen, die
lachen und in dem großen, hellen Raum hin und her laufen. Die Menge teilt
sich für einen Moment und Xena erstarrt, ohne zu merken, dass ihr der Mund
leicht offen steht.
Vor ihr, in einem gut gepolsterten und abgenutzten Stuhl,
sitzt Gabrielle. Viel älter als Gabrielle jetzt ist; ihr Haar ist ein
strahlendes Schneeweiß und hängt lang und offen um ihre Schultern. Ihr
Gesicht ist gezeichnet von einem Leben voller Lachen und ihre Augen sind,
soweit Xena sie sehen kann, immer noch die strahlenden grünen Edelsteine
ihrer Jugend. Ihr Körper ist schmaler, aber ungebeugt vom Alter und sie ist
immer noch der schönste Anblick, den Xena je gesehen hat.
Ein kleines Kind von nicht mehr als zwei Jahren sitzt bequem
auf ihrem Schoß, sein Kopf lehnt an ihrer Schulter und der Daumen ist sicher
in seinem Mund verwahrt. Gabrielle schaukelt das Kind leicht, während ihre
lachenden Augen umherwandern und die Mätzchen der anderen Kinder beim Spielen
beobachten.
Diese Augen treffen Xenas für den Bruchteil einer Sekunde direkt, bevor sie ohne ein Zeichen des Erkennens weiterwandern. Xena fühlt einen kurzen Stich der Traurigkeit, bevor die Erkenntnis sie trifft.
XENA (flüsternd) Sie kann mich nicht sehen. (Pause) Mal wieder.
Seufzend tritt Xena aus den Schatten heraus und steht nun
direkt vor der Tür. Die Kinder fangen an, sich hinzusetzen als Gabrielle eine
Schriftrolle von dem Tisch an ihrer Seite nimmt. Sie bilden eine Traube zu
ihren Füßen und blicken mit vor Erwartung glänzenden Augen zu ihr auf.
Xena kann das Lächeln auf ihren Lippen nicht verhindern, aber es schwindet schnell, als ein langer Schatten über die versammelte Gruppe fällt. Der Schatten bewegt sich, als ein Mann, groß, obwohl vom Alter leicht gebeugt, den großen Raum betritt. Er ist anscheinend in Gabrielles Alter und sieht irgendwie bekannt aus, aber Xena kann ihn nicht sofort einordnen. Dann stolpert der Mann über etwas auf dem Boden und seine Identität wird sofort klar.
XENA Virgil.
Ihre Augen verengen sich, als ein Gefühl, das sie leicht als Eifersucht identifizieren kann, sie ergreift. Das Gefühl wird stärker, als Gabrielle ihn mit einem strahlenden Lächeln begrüßt und ihm die Wange entgegenhält, damit er sie küsst, was er auch ausführlich tut.
XENA (seufzend) Oh, Gabrielle....
Ihre Augen weiten sich.
XENA (weiter) Hoffnung. Darum geht es hier. (Pause) Für uns.
Xena beobachtet still, wie Virgil sich abwendet, um mehrere
Kinder aufzuheben, die um seine Aufmerksamkeit buhlen. Er kommt gut mit ihnen
zurecht, lächelt und lacht, und es wird Xena klar, dass sie ihn sehr gerne
mögen. So wie Gabrielle auch. Xena seufzt wieder und wendet sich fast ab als Virgil zum
Stuhl neben Gabrielles hinübergeht und sich setzt. Er nimmt Gabrielles Hand in
seine und drückt sie zärtlich, bevor er sie wieder loslässt.
Irgendetwas hält sie jedoch vom Gehen ab und sie schaut weiter zu, als Virgil und Gabrielle, beides bedeutende Barden sich daran machen, eine Gruppe von Kindern zu erfreuen.
Ungewollt muss Xena beim Hören von Gabrielles Stimme lächeln,
die trotz all der Jahre, die vergangen sind, im Prinzip unverändert ist, und
ihren üblichen Bann über die Kinderschar verbreitet. Obwohl die Worte im
Interesse der jungen, und in einem Fall schlafenden Ohren der Kinder leise
gesprochen sind, ist der Tonfall von Gabrielles Stimme für Xenas oft
aufgewühlte Seele so beruhigend wie eh und je.
Xena beobachtet Gabrielle sorgfältig während sie spricht. Die Jahre waren sehr gut zu ihr. Sie glüht mit Frieden und Zufriedenheit und eine Freude, die Xena oftmals für immer verloren geglaubt hat, strahlt aus ihren Augen.
Xena sieht zu Virgil hinüber, dessen Grinsen so sehr dem seines Vaters ähnelt, und ein Blitz aus Schmerz explodiert erneut in ihr.
XENA Das hätte ich sein sollen. (Pause) Ich sollte es sein.
Die Geschichte endet und die Kinder jubeln und fordern mehr. Xena wirft einen letzten, langen Blick auf Gabrielle, als ob sie die Vision in ihrem Herzen verwahren wolle. Sie macht einen Schritt weg, stoppt dann.
XENA (weiter) Nein.
Sie schwankt, gefangen zwischen Bleiben und Gehen.
XENA (weiter) Nein. Wenn es hier um Hoffnung geht, dann geht es um meine Hoffung. Nicht nur für Gabrielle, sondern auch für mich.
Sie seufzt und dreht sich wieder zurück.
XENA (weiter) So werde ich nicht gehen. (Pause) Ich kann nicht. Wir gehören zusammen und daran glaube ich mit ganzem Herzen.
Sie atmet tief durch, geht wieder zurück zur Schwelle und
macht dann einen Schritt hinein.
Gabrielle sieht von den Kindern auf, wie immer angezogen von der seelentiefen Verbindung zwischen ihnen. Ihr Lächeln überstrahlt die Intensität der Sonnenstrahlen.
GABRIELLE Xena!!
Virgil sieht auf, trifft Xenas Blick und grinst. Das Grinsen bringt ein Erröten mit sich und er zuckt schuldig mit den Achseln, während er sich von dem Stuhl an Gabrielles Seite erhebt und schnell aus dem Weg geht.
VIRGIL (quasi
lautlos) Tschuldigung
Überrascht von Gabrielles Ausruf drehen sich die Kinder um. Dann strahlen sie selbst, springen auf und umzingeln Xena, halten sich an ihren Beinen und ihrer Taille fest, und begrüßen sie mit einer Ausgelassenheit wie es nur Kinder können.
Und plötzlich kennt sie sie alle, vom jüngsten (ihrem
Urgroßenkel durch Eve) bis zum Ältesten (eins von Virgils). Als sie sich
hinunterbeugt, um sie alle zu umarmen, fällt ihr eine silberne Strähne – ihre
eigene, erkennt sie – in die Augen. Sie fühlt jedes einzelne Gelenk am
Schmerz, jede einzelne Narbe an der Spannung ihrer Haut, jede Wunde, die sie
je im Kampf erworben hat, und sie erkennt, dass sie in ihrem Leben noch nie
so glücklich war.
Sie war besorgt gewesen, dass ihr Schritt über die Türschwelle die Zukunft ändern würde. Stattdessen erkennt sie, dass sie immer ein Teil dieses Bildes gewesen ist.
Sie richtet sich auf, als sie Gabrielle an ihrer Seite spürt und öffnet ihre Arme weit für die Liebe ihres Lebens. Sie umarmen sich eng, liebevoll und vollständig.
GABRIELLE (weiter) Willkommen zuhause, Xena. Willkommen zuhause.
Ein gleißendes Licht erscheint und die Szene löst sich in
Millionen kleiner Teilchen auf, bevor sie in Dunkelheit verschwindet.
SCHNITT ZU: INNEN. TEMPEL DER TUGENDEN - ABEND
Gabrielle lächelt als die Vision im Spiegel sich in Nichts auflöst.
GABRIELLE Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um diesen Traum wahr zu machen, Xena.
Janos grunzt und erhebt sich von seinem Stuhl. Es ist offensichtlich, dass der Prozess nicht so verläuft, wie er es erwartet hat. Er durchschreitet den Raum und murmelt etwas Unhörbares zu dem Priester, kehrt dann finster blickend zu Gabrielle zurück.
Gabrielle grinst.
JANOS Dies ist noch lange nicht zu Ende, Gabrielle.
GABRIELLE So weit es mich angeht, Janos, war es vorbei, bevor es angefangen hat. (Pause) Xena ist eine ehrenwerte Frau. Wenn du eine Farce wie diese brauchst um dir das zu beweisen, dann bitte. Ich brauche das nicht.
Janos grunzt und setzt sich wieder auf seinen Stuhl.
JANOS Wir werden sehen.
SCHNITT ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT - TAG
Xena erwacht in einem blendenden Schneesturm. Winterödnis so weit das Auge sieht. Im Osten befindet sich eine riesige schwarze Wolkenmasse, anscheinend unempfindlich sogar gegen die eisigen Winde. Im Westen verspricht ein leichtes Erhellen des Horizonts etwas Erleichterung von dem Sturm.
Xena trägt ihr Lederkleid, ihre Stiefel und einen Wollumhang. Ihre Rüstung und ihre Waffen fehlen. Der Schnee reicht ihr fast bis zu den Knien und steigt weiter. Sie untersucht die Öde in alle Richtungen, bevor sie sich endlich gen Westen wendet und losgeht.
Während sie geht, beginnt sie an etwas vorbeizukommen, was sie als eine lange, wenn auch auseinander gerissene Reihe frierender, verschmutzter und rußbedeckter Menschen identifiziert, die wie sie Richtung Westen gehen.
Ein ältlicher, runzliger Mann mit einem langen ausgefransten Bart hebt seine Hand zum Gruß, als sein Blick Xenas trifft.
MANN Kriegerin.
Xena nickt.
Der Mann blinzelt sie durch den fallenden Schnee an und nickt dann zufrieden zu sich selbst.
MANN (weiter) Dachte nicht, dass du eine von denen wärst.
XENA Von denen?
MANN Den Strolchen, die unser Dorf niedergebrannt haben. (Pause) Bastarde. Wir konnten keine zwei Dinare zusammenkratzen und sie haben uns
dennoch ausgeplündert und dann niedergebrannt, nur so aus Spaß.
Der alte Mann spuckt in den Schnee und wischt dann mit einer Hand über seinen Mund.
MANN (weiter) Hinter uns ist nur noch der Tod. Vor uns auch, mit dem Sturm.
Der alte Mann seufzt.
MANN (weiter)
Xena hebt eine Hand und der Mann verschwindet im stärker werdenden Sturm.
ÜBERBLENDE ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT - TAG
Der Sturm hat seine Intensität fast verdoppelt. Xena geht weiter, in den wirbelnden Wind gebeugt. Ihr Kopf ist tief in die Kapuze ihres Umhangs vergraben.
Sie sieht auf, als sie einen schwachen Schrei hört. Ein Mann,
seine Frau und zwei Kinder kämpfen sich durch den Blizzard. Sie tragen
rußbedeckte Lumpen, die wenig tun, um sie vor der bitteren Kälte zu schützen.
Ein Kind, nicht älter als vier, schreit, als seine bestürzte
Mutter es aus dem Schnee zieht. Sein Gesicht ist von einem rosigen Rot,
während seine unbedeckten Hände und Füße zu einem unnatürlichen Weiß
erbleicht sind. Die Frau kuschelt das Kind so gut sie kann gegen ihre Brust,
aber es ist hungrig und friert und lässt sich nicht trösten.
Als die Mutter sie sieht, stoppt sie und presst ihren Sohn
noch näher an sich, so als ob sie einen Schild heben würde.
MUTTER alles genommen! Bitte, lass uns einfach in Ruhe!
Xenas Augen wandern über jeden einzelnen von ihnen. Sie nimmt
die hageren, schlaffen Linien ihres Fleisches und den stumpfen, fast leeren Blick
in ihren Augen, die zu ihr zurückstarren, wahr.
XENA
Die Frau lehnt sich weg, als ob Xena eine Waffe gezogen hätte
und schreit. Das junge Kind in ihren Armen schreit auch, während seine
Schwester, ein Mädchen von nicht mehr als sieben Jahren, ihren Kopf gegen die
Hüfte des Vaters drückt, ihre Augen fest verschlossen vor Angst.
XENA
Die Frau und ihr Mann starren sie weiter an als ob sie ein Dämon geboren aus den Tiefen des Tartarus wäre, und in einer ihnen unverständlichen Sprache sprechen würde.
XENA
Nach einem langen Moment, macht der Vater einen Schritt nach
vorne, seine Haltung die eines geprügelten Hundes, der zu seinem Herren kriecht,
unsicher ob er geschlagen oder gelobt werden wird. Er streckt eine zitternde
Hand aus und reißt den Mantel aus Xenas Fingern. Der Mann geht schnell zurück
und steht nahe seiner Frau und Kinder. Seine Augen sind eingesunken und rund,
dunkel und misstrauisch, sogar als er den Umhang fest umkrallt. Er hält ihn
sich an die Brust, als ob er fürchtet, sie könnte ihn zurück fordern. Kein Wort des Dankes kommt über seine Lippen.
SCHNITT ZU:
INNEN. TEMPEL DER TUGENDEN - NACHT
SCHNITT ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT - TAG
XENA nicht mehr lange weiter können.
wir beide sterben. Sie wird nicht ohne mich weiter gehen. Ich werde nicht
ohne sie weiter gehen.
Xena sieht ihn genau an. Sie kann die Liebe und völlige
Hingabe in seinen Augen sehen. Eine Hingabe zu dieser Frau, die seine Ehefrau
ist. Sie erkennt den Blick wieder, weil sie ihn häufiger als sie zählen kann in
ihren eigenen Augen gesehen hat, und kommt zu einer Entscheidung.
ALTER MANN
Beide Stiefel geben endlich ihre Füße frei, geschwollen durch die Nässe und die bittere Kälte. Sie richtet sich auf, die Stiefel in der Hand.
XENA
Der Mann lässt die Hand seiner Frau los, hebt seinen Fuß und
lässt ihn zusammenzuckend in die klaffende Öffnung von Xenas Stiefel gleiten.
Sie platziert seinen Fuß darin und bindet dann die Schnürsenkel so eng sie
nur kann. Der zweite Fuß ist ebenso schnell bedeckt.
XENA ihr da seid, wo ihr hin wollt, aber die sollten es für Erste tun.
Der alte Mann starrt auf seine Füße, währen frische Tränen langsam seine Wangen hinunterlaufen.
ALTER MANN
Xena schenkt ihm ein blasses Lächeln und versucht, die
scharfen Schmerzen in ihren eigenen nackten Füßen zu ignorieren.
XENA
Bevor der Mann antworten kann, dreht sich Xena um und rennt Richtung Westen und zu dem Licht, das erneut den Horizont erhellt.
SCHNITT ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT - NACHT Die Nacht ist still, wie nur bitterkalte Nächte es sein können,
aber diese Stille wird durchbrochen vom leisen Aufschrei einer jungen Frau.
Xenas Sinne horchen auf und sie ändert die Richtung, um ihre Schritte dem
Geräusch zuzuwenden. Sie stoppt vor einer Mutter und ihrem neu geborenen Baby, die
im Schnee zusammengekauert sind. Die Frau ist in zerfetzten Lumpen gekleidet.
Das Baby trägt einen Lendenschurz und nichts weiter. Seine Haut ist so weiß wie der sie
umgebende Schnee, und seine Lippen sind blau. Die junge Frau sieht auf, ihr
Gesicht ein gefrorenes Tableau aus Angst und Leid.
Xena geht neben ihr in die Hocke, die schreienden Schmerzen in ihren fast gefrorenen Gelenken ignorierend.
XENA Was ist passiert?
FRAU Mein…mein Baby… Ich … ich kann ihn nicht aufwecken.... er will
nichts trinken.... er will nicht mal schreien....
Xena streckt ihre Arme aus.
XENA Darf ich?
Die Frau sieht Xena an, verständnislos. Dann, mit einem
kleinen, hoffnungslosen Seufzer, reicht sie das Kind hinüber. Xena nimmt das Kind und hält ihn dicht an ihren Körper. Seine
Haut ist wie Marmor so kalt und steif, als er reglos in ihren Armen liegt.
Sie legt eine Hand auf seine Brust, aber ihre eigene Haut ist zu taub, um
feststellen zu können, ob sich seine Brust beim Atmen hebt und senkt. Sie
hält sein Gesicht an ihr eigenes, dreht ihre Wange und wartet. Ein kleiner,
kaum wahrnehmbarer Lufthauch wärmt ihre Wange, gefolgt von noch einem und
noch einem.
FRAU
Xena hält den Säugling an ihre Brust in dem Versuch ihre eigene magere Körperwärme mit ihm zu teilen. Das Kind bewegt sich leicht und die Augen flattern auf, bevor sie sich wieder schließen.
FRAU
Xena sieht der Frau in die Augen. Die Wahrheit ist klar in ihnen zu lesen. Die Frau erbleicht und sieht wieder weg. FRAU
Die Frau sieht ihr verwirrt zu, reicht ihr Kind aber willig zu
Xena zurück.
XENA so schnell wie möglich durch die
Nacht wandern und an dem ersten Haus, zu dem du kommst, anhalten. Wenn er wach wird, versuch ihn zu füttern. Die Milch
sollte ihn
Die Frau sieht zu Xena auf, die Augen glänzen vor Dankbarkeit.
FRAU Du hast sein Leben gerettet.
Xena schüttelt den Kopf.
XENA
Xena hilft der Frau auf die Füße und zeigt ihr die richtige
Richtung.
XENA
Ich werde das nie vergessen. Nie.
Xena sieht zu wie die Frau in einen watschelnden, schlurfenden
Lauf in Richtung Westen fällt. Einen Moment später folgt sie in ihrem
zerfetzten Hemd und sonst nichts.
SCHNITT ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT – KURZ VOR DEM MORGENGRAUEN Sie stolpert, richtet sich auf, stolpert wieder und fällt in
den Schnee. Sie zieht sich hoch, wankt ein paar Schritte weiter, fällt dann
wieder hin.
Diesmal steht sie nicht wieder auf. Die Welt um sie herum wird grau und dann schwarz, als ihr Körper endlich den heldenhaften Kampf gegen den Schlaf und die kalte Hand des Todes aufgibt.
SCHNITT ZU: INNEN. TEMPEL DER TUGENDEN – KURZ VOR DEM MORGENGRAUEN
GABRIELLE Wach auf, verdammt!
Xena bleibt reglos. Gabrielle ergreift ihre Schultern und zuckt, als sie die eisige Kälte der Haut spürt; sie schüttelt einmal, zweimal, dreimal. Xenas schlaffer Körper bewegt sich unter der Kraft wie eine Lumpenpuppe.
GABRIELLE Wach auf!!
Gabrielle lässt ihre reaktionslose Partnerin los und dreht
sich zu dem Priester herum, ihre Zähne im Zorn entblößt.
GABRIELLE
Der Priester schüttelt langsam seinen Kopf.
GABRIELLE Bist du blind?!?!?
Janos erhebt sich.
JANOS
Gabrielle dreht sich um, ohne den Priester los zu lassen.
GABRIELLE
Janos zeigt zum Spiegel.
SCHNITT ZU:
AUSSEN. XENAS TRAUMLANDSCHAFT - MORGENGRAUEN
MÄDCHEN
Als sie keine Antwort erhält, piekt sie erneut, härter.
MÄDCHEN
Der VATER des Mädchens sieht zu und schüttelt den Kopf.
VATER
Ein Stöhnen kommt von der "Leiche" und Xenas Augen flattern auf.
XENA
Larissa springt hoch, erschrocken, lächelt dann. Sie reicht ihr einen zerfetzten Lumpen.
LARISSA
Mit ihrer letzten Energie schüttelt Xena den Kopf.
XENA
Xena schüttelt erneut den Kopf.
VATER jemandem wie uns keine Barmherzigkeit.
Als sie das hört, kämpft Xena, um den Kopf zu heben. Es gelingt ihr nicht und sie fällt zurück in den Schnee.
XENA
Ihre Augen flattern zu, Körper und Geist verausgabt.
Larissas MUTTER kommt herbei, um neben ihrem Ehemann zu stehen.
MUTTER Sie hat alles gegeben. So lange daran festhält, kann ihr keiner helfen.
Die Mutter seufzt.
MUTTER einen langen Weg vor uns, bis wir zum Dorf kommen.
Das Kind dreht sich eigensinnig vom Vater weg und stößt Xena noch einmal, so lange, bis die Kriegerin ihre Augen öffnet. Sie hält ihr die Decke hin.
LARISSA
Als Xena in die dunklen, ernsten Augen des Kindes blickt, erkennt sie, dass Nehmen manchmal genauso wertvoll wie Geben sein kann. Mit letzter Kraft streckt sie die Hand aus, nimmt die Decke und zieht sie über ihre Brust. Das Letzte, was sie sieht ist Larissas strahlendes Lächeln.
XENA Danke... dir....
zezeigt, sowohl im Geben als auch im Annehmen. Ich bin sehr zufrieden. Es ist vollbracht.
Die Szene bricht auf in hellen Lichtscherben, die dann wirbeln und in einem tiefen grauen Nebel verschwinden, der sich zu einem matten Schwarz verdunkelt.
ABBLENDE.
ENDE DES DRITTEN AKTES
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